
Kronen Zeitung
ESKALATION IN THALHEIM
„Schleich di!“: Austria-Aufstand vor Werners Haus
Aufstand der Austria-Fans! Am Weg zum Auswärtsspiel in Ried besuchten rund 200 „Veilchen“ Thalheim bei Wels, den Wohnort von Jürgen Werner, um dort mit einem offenen Brief ihren Unmut auszudrücken. Werner trat im August als Sportvorstand zurück, ist aber nach wie vor als Investor und seiner WTF-Gruppe an Bord. Auch die Polizei stand im Einsatz.
„Sehr geehrter Anrainer! Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass in Ihrer Nachbarschaft ein selbstherrlicher Pücha sein Unwesen treibt“, steht in dem offenen Brief der Austria-Fans. „Deshalb bitten wir Sie auf diesem Weg, sich in nächster Zeit in Acht zu nehmen – damit Sie nach dem LASK und dem FK Austria Wien nicht auch noch Opfer seiner Machenschaften werden.“ Die Flugzetteln der Violetten wurden offenbar im ganzen Wohnort Werners verteilt und sorgten dementsprechend für Aufregung.
Denn es heißt dort weiter: „Alles tat er, um vor Ihnen als guter, wohlhabender Nachbar auftreten zu können – der mit diesem schmutzigen Geld gerne teure Weine, schöne Abende mit seiner Frau, Häuser und Wohnungen von Portugal bis Wien finanziert. Ein Leben, das eines zeigt: Er geht über Leichen, wenn es darum geht, sich selbst finanzielle Vorteile zu ergaunern.“
Auf Werner und seine Investorengruppe WTF ist vor allem beim Kern der Fans nicht gut zu sprechen. Im Hintergrund versucht der Verein, die Anteile von Werner & Co. zurückzukaufen. Ziel vom Rückkauf ist das Ende des zweiten Quartals. Dass die Klubseite und WTF nicht nur bei Transfers nicht immer gleicher Meinung sind, ist nichts Neues.
„Eine klare Grenze überschritten“
Die Austria konterte am Sonntag prompt mit einer Aussendung des Klubs. Präsident Kurt Gollowitzer erklärt dazu: „Der Klub distanziert sich klar und ausdrücklich von solchen Aktionen der Fans und verurteilt diese aufs Schärfste. Wir werden alle notwendigen Maßnahmen einleiten, um sicherzustellen, dass sich derartige Vorfälle nicht wiederholen. Mit dieser Aktion wurde eine klare Grenze überschritten. Ich möchte mich im Namen des FK Austria Wien bei Jürgen Werner und seiner Familie ausdrücklich entschuldigen.“
Auch Polizei im Einsatz
Laut „Krone“-Infos sollen rund 200 Fans vor Ort in Thalheim bei Wels gewesen sein. Da die violette Meute offenbar einen aggressiven Eindruck machte, kam es auch zu einem Polizeieinsatz. Jürgen Werner verzichtete daraufhin auf einen Besuch des Spiels in Ried.
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